Palmöl

 

Palmöl

Ich und Palmöl

Palmöl ist ein täglicher Begleiter jedes Konsumenten, darum sind zunächst die Verbindungen von Palmöl mit dem Individuum zu betrachten.
Wie bei vielen anderen Ölen ist auch beim Palmöl zwischen behandeltem (also raffiniertem, bzw. oxidiertem) und nicht behandeltem Palmöl zu unterscheiden.
Das unbehandelte, naturale, nicht-raffinierte Palmöl ist reich am β-Karotin und Vitamin E, was für den Durchschnittskonsumenten sehr positiv ist. Unbehandeltes Palmöl enthält sogar ca. 15 mal mehr β-Karotin als Karrotten.
Anders ist es bei behandeltem, raffiniertem Palmöl, welches in der Nahrungsmittelindustrie sehr häufig verwendet wird. Das Palmöl wird meist in der Verarbeitung oxidiert und enthält dann einen relativ hohen Anteil an gesättigen Fettsäuren, was für den Durchschnittskonsumenten als eher negativ zu werten ist (bei übermäßigem Konsum von gesättigten Fettsäuren). In diesem Zusammenhang kann raffiniertes, oxidiertes Palmöl evtl. mit Reproduktiontoxizität und Organtoxizität der Nieren, Lungen, Leber und des Herzes in Verbindung stehen oder auch zu einer Verschlechterung des Gleichgewichts der Blutfette beitragen.

 

Meine Umwelt und Palmöl

Welche Verbindungen hat meine Umwelt mit Palmöl?
Spielen wir einen möglichen Tagesablauf durch: Nach dem Aufstehen gehst Du ins Bad und wäschst Dir zum wach werden Dein Gesicht mit kaltem Wasser und ein bisschen Seife. Danach gehst Du duschen, wobei Du Deine Lieblingsshampoos, -duschgele oder –cremes benutzt. Und noch bevor Du richtig in den Tag gestartet bist, hattest Du Deinen ersten Kontakt mit Palmöl oder anderen Derivaten, denn in all diesen Pflegeprodukten sind in der Regel Palmfette enthalten.
Nach einer Weile bereitest du dein Frühstück zu. Es gibt Müsli mit Milch, ein Brötchen mit Schokocreme und einen Kaffee. Jetzt bist Du nicht nur bereit für die Arbeit, sondern hattest auch schon Deinen zweiten Kontakt mit Palmöl: Denn auch in Müslis, Brötchen und Schokocremes ist Palmöl zu finden.
Kurz vor dem Losgehen wirfst Du noch schnell eine Waschmaschine an und wieder ist Palmöl mit an Bord, denn auch beim Waschmittel kommst Du kaum um Palmöl herum.
Dann bei der Arbeit, in Deiner Mittagspause, im Restaurant, beim Imbiss oder beim Einkaufen: Palmöl, Palmöl und noch einmal Palmöl. Es ist in Keksen, Schokolade, Knabberein, Aufstrichen, Magarine, Butter, Fertigprodukten, Lippenstiften, Mascaras, Seifen, Diesel und sicher findest Du selbst noch viele weitere Produkte, wenn Du die Liste der Inhaltsstoffe liest. Fast so als würden wir selbst unter den Ölpalmen in den Tropen leben.

 

Die Welt und Palmöl

Der tropische Regenwald mit einer reichen Vielfalt an Pflanzen und Tieren war gestern. Heute erstrecken sich immer größer werdende Palmenplantagen über unzählig viele Hektar des Regenwaldes – und es werden stündlich mehr: etwa 100 Hektar Regenwald werden pro Stunde für die Plantagen gerodet, damit die Palmölindustrie wachsen kann. Das tropische Klima des Regenwaldes, in Malaysia und Indonesien, zusammen mit den fruchtbaren Böden ist ideal für den Anbau von Ölpalmen. Etwa 85% des welweiten Palmöls wird dort produziert. Die Industrie wittert ihr großes Geschäft und auch Investoren gibt es genügend, denn Palmöl ist ein sicheres Investitionsgebiet bei dem breiten Vorkommen in unseren Lebensmitteln. Für die Industrie sowie für die Wirtschaft von Malaysia und Indonesien ist das sehr gut, sozusagen eine Win-Win-Situation. Doch profitieren wirklich alle davon? Nein. Viele ansässige Kleinbauern geraten in Abhängigkeit von der Palmölindustrie oder werden von ihrem Land enteignet, weil sie bei dem Produktionsaufkommen nicht mehr mithalten können. Außerdem schwindet mit dem Regenwald eine Vielfalt seltender und außergewöhnlicher Pflanzen und mit ihnen der Lebensraum vieler Tiere: Der Bestand von Orangutans und tropischen Tigern ist in den letzten Jahren rapide geschrumpft und auch viele andere Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Man könnte entgegnen, dass die Tiere sich genauso in den Plantagen ansiedeln könnten, doch das ist bei der Verwendung der vielen Pestizide und Gifte nicht möglich. Außerdem werden sie auch gezielt von den Plantagen vertrieben, da die Früchte der Palmen auch für sie ein Grundnahrungsmittel sind.

Damit ist aber nicht genug: Die Ölpalmen, die bis zu 120 Jahre alt werden können, werden meist schon nach 30 Jahren gefällt, weil ihr Ertrag zurückgeht. Und der ehemals fruchtbare Boden ist oft schon nach der dritten Pflanzung vollkommen ausgelaugt und unbrauchbar, sodass die Industrie ihr eigener Antrieb zur Expansion ist. In dem gesamten Prozess wird der fruchtbare Torfboden der Regenwälder, der ein wichter Speicher von CO2 ist zerstört und somit massig CO2 freigesetzt. Von Bewusstsein für den Kimawandel kann hier also nicht gesprochen werden. Und von Nachhaltigkeit genauso wenig. Ein nachhaltiger Anbau wäre durchaus möglich, aber weniger rentabel.

 

Fazit

Wir sollten uns also überlegen: Ist uns ein cremiger Schokoaufstrich wichtiger als der Fortbestand der viefältigen tropischen Natur? Und ist das unsere Antwort auf den Klimawandel? Es gibt genügend Alternativen zu Palmöl, vor allem regionale Öle, wie Sonnenblumenöl oder Rappsöl, auch wenn die Schococreme dann nicht ganz so zart aufs Brot gestrichen werden kann.

 

 Mehr Informationen zu Palmöl:

http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/

http://www.utopia.de/galerie/palmoel-produkte-marke-palmoelfreie-alternativen

http://www.umweltblick.de/index.php/lebensmittel/suessigkeiten